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Von der Globalstrahlung zur Ertragsvorhersage: Unterschied zwischen den Versionen

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Pahenning (Diskussion | Beiträge)
Die Seite wurde neu angelegt: „Gegeben seien die folgenden Größen * Sg = Intensität der Globalstrahlung (diffuse und direkte Strahlung) auf einer horizontalen Fläche * α = Azimutwinkel des Sonnenstandes, 180° = Südrichtung * β = Höhenwinkel des Sonnenstandes, 0° = waagerecht, 90° = senkrecht * φ = Azimutwinkel der PV-Anlage, 0° = Nordrichtung, 180° = Südrichtung, gemessen im Uhrzeigersinn * θ = Neigungswinkel der PV-Anlage, 0° = horizontal, 90° = senkrecht Die Aufgabe…“
 
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* β = Höhenwinkel des Sonnenstandes, 0° = waagerecht, 90° = senkrecht
* β = Höhenwinkel des Sonnenstandes, 0° = waagerecht, 90° = senkrecht
* φ = Azimutwinkel der PV-Anlage, 0° = Nordrichtung, 180° = Südrichtung, gemessen im Uhrzeigersinn
* φ = Azimutwinkel der PV-Anlage, 0° = Nordrichtung, 180° = Südrichtung, gemessen im Uhrzeigersinn
* θ = Neigungswinkel der PV-Anlage, 0° = horizontal, 90° = senkrecht
* γ = Neigungswinkel der PV-Anlage, 0° = horizontal, 90° = senkrecht
Die Aufgabe besteht nun, aus diesen Daten die Globalstrahlung und damit den Ertrag auf der geneigten PV-Anlage zu berechnen.
Die Aufgabe besteht nun, aus diesen Daten die Globalstrahlung und damit den Ertrag auf der geneigten PV-Anlage zu berechnen.


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womit also gilt
womit also gilt
  Sg = Sf + Si
  Sg = Sf + Si
Die direkte Normalstahlung DNI ergibt sich aus
=== Klarheitsindex und diffuser Anteil ===
DNI = Si/sin(β)
für β > 0.
 
Im nächsten Schritt schätzen wir aus der Globalstrahlung einen Klarheitsindex Kt ab, indem wir zunächst mit der Solarkonstante
Im nächsten Schritt schätzen wir aus der Globalstrahlung einen Klarheitsindex Kt ab, indem wir zunächst mit der Solarkonstante
  I0 = 1367 W/m²
  I0 = 1367 W/m²
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für β > 0. Der Klarheitsindex ergibt sich als
für β > 0. Der Klarheitsindex ergibt sich als
  Kt = Sg/I0h
  Kt = Sg/I0h
Um Instabilitäten bei kleinen Sonnenwinkeln zu vermeiden, sollte dieser Wert auf das Intervall [0,0.85] geclippt werden.
Der diffuse Anteil nach Erbs ist dann
Sf = kd * Sg
wobei der Wert kd sich wie folgt aus Kt ergibt:
* Für Kt <= 0.22 => kd = 1-0.09*Kt
* Für 0.22 < Kt <= 0.80 => kd = 0.9511−0.1604*Kt​+4.388*Kt²​−16.638*Kt³​+12.336*Kt⁴
* Für 0.80 <= Kt => kd = 0.165
Der direkte Strahlungsanteil auf der horizontalen Fläche ist also
Si = (1 - kd) * Sg
=== Direkte Einstahlung auf die PV-Fläche ===
Der Kosinus des Einfallswinkels auf die Modulfläche ergibt sich als
cos(θ)=sin(β) * cos(γ)+cos(β)* sin(γ) * cos(α − φ)
Dieser Wert wird negativ, wenn sich die Sonne hinter der PV-Fläche befindet.
* Wenn es ältere Module mit undurchsichtiger Rückseite sind, entfällt in diesem Fall die direkte Einstrahlung. Als Faktor für die weitere Rechnung ist also zu verwenden
F = max(0,cos(θ))​
* Wenn es sich um eine Anlage mit modernen Glas-Glas-Modulen handelt, ist die direkte Einstrahlung auch dann noch vorhanden. Als Faktor für die weitere Rechnung ist bei gleicher Empfindlichkeit aus beiden Richtungen also zu verwenden
F = abs(cos(θ))​
* Im Zweifelsfall ist hier ein Korrekturfaktor anzubringen, wenn cos(θ) < 0
Die direkte Strahlung auf die PV-Anlage ergibt sich damit als
B = Si * F / sin(β)
für β > 0. Zur besseren Absicherung sollte das aber tatsächlich nur verwendet werden wenn β > 0.05.
=== Diffuse Einstrahlung auf die PV-Fläche ===

Version vom 4. April 2026, 15:29 Uhr

Gegeben seien die folgenden Größen

  • Sg = Intensität der Globalstrahlung (diffuse und direkte Strahlung) auf einer horizontalen Fläche
  • α = Azimutwinkel des Sonnenstandes, 180° = Südrichtung
  • β = Höhenwinkel des Sonnenstandes, 0° = waagerecht, 90° = senkrecht
  • φ = Azimutwinkel der PV-Anlage, 0° = Nordrichtung, 180° = Südrichtung, gemessen im Uhrzeigersinn
  • γ = Neigungswinkel der PV-Anlage, 0° = horizontal, 90° = senkrecht

Die Aufgabe besteht nun, aus diesen Daten die Globalstrahlung und damit den Ertrag auf der geneigten PV-Anlage zu berechnen.

Als Zwischengrößen benötigen wir

  • Si = Intensität der direkten Strahlung auf einer horizontalen Fläche
  • Sf = Intensität der diffusen Strahlung auf einer horizontalen Fläche

womit also gilt

Sg = Sf + Si

Klarheitsindex und diffuser Anteil

Im nächsten Schritt schätzen wir aus der Globalstrahlung einen Klarheitsindex Kt ab, indem wir zunächst mit der Solarkonstante

I0 = 1367 W/m²

die außeratmosphärische normale Einstrahlung I0n modellieren. Diese beträgt am n-ten Tag des Jahres ungefähr

I0n = I0 * ( 1 + 0.033 * cos( 360° * n/365))

Horizontal ergibt sich damit

I0h = I0n*sin(β)

für β > 0. Der Klarheitsindex ergibt sich als

Kt = Sg/I0h

Um Instabilitäten bei kleinen Sonnenwinkeln zu vermeiden, sollte dieser Wert auf das Intervall [0,0.85] geclippt werden.

Der diffuse Anteil nach Erbs ist dann

Sf = kd * Sg

wobei der Wert kd sich wie folgt aus Kt ergibt:

  • Für Kt <= 0.22 => kd = 1-0.09*Kt
  • Für 0.22 < Kt <= 0.80 => kd = 0.9511−0.1604*Kt​+4.388*Kt²​−16.638*Kt³​+12.336*Kt⁴
  • Für 0.80 <= Kt => kd = 0.165

Der direkte Strahlungsanteil auf der horizontalen Fläche ist also

Si = (1 - kd) * Sg 

Direkte Einstahlung auf die PV-Fläche

Der Kosinus des Einfallswinkels auf die Modulfläche ergibt sich als

cos(θ)=sin(β) * cos(γ)+cos(β)* sin(γ) * cos(α − φ)

Dieser Wert wird negativ, wenn sich die Sonne hinter der PV-Fläche befindet.

  • Wenn es ältere Module mit undurchsichtiger Rückseite sind, entfällt in diesem Fall die direkte Einstrahlung. Als Faktor für die weitere Rechnung ist also zu verwenden
F = max(0,cos(θ))​
  • Wenn es sich um eine Anlage mit modernen Glas-Glas-Modulen handelt, ist die direkte Einstrahlung auch dann noch vorhanden. Als Faktor für die weitere Rechnung ist bei gleicher Empfindlichkeit aus beiden Richtungen also zu verwenden
F = abs(cos(θ))​
  • Im Zweifelsfall ist hier ein Korrekturfaktor anzubringen, wenn cos(θ) < 0

Die direkte Strahlung auf die PV-Anlage ergibt sich damit als

B = Si * F / sin(β)

für β > 0. Zur besseren Absicherung sollte das aber tatsächlich nur verwendet werden wenn β > 0.05.

Diffuse Einstrahlung auf die PV-Fläche